Nach nunmehr elf Jahren wird die DIN EN ISO 9001:2015 abgelöst durch die revisionierte und aktuell gültige DIN EN ISO 9001:2026, die am 16.09.2026 veröffentlicht wurde.

Was heißt und bedeutet das für Unternehmen, die bisher nach der ISO 9001:2015 zertifiziert waren? Ist alles umzustellen? Sind die Anforderungen gravierend anders oder wurden lediglich redaktionelle Änderungen eingefügt? Der große „Cut“ wie 2015 oder „alter Wein aus neuen Schläuchen“?

Das kommt darauf an, wie der Jurist zu sagen pflegt.

Die neue ISO soll es ermöglichen, die Integration von Managementsystemen zu erleichtern und folgt nun der sog. „Harmonized Structure“.

Risiken- und Chancenmanagement werden getrennt aufgeführt und sind demzufolge auch getrennt zu behandeln. Für bereits gut aufgestellte Organisationen dürfte sich hier kein großer Änderungsbedarf ergeben.

Wie bei vielen Themen hält auch in der ISO der Klimawandel Einzug. Hier ist zu prüfen, ob dieser Einfluss auf die Organisation und die interessierten Parteien hat. Im sozialen Bereich dürfte dies marginale Auswirkungen mit sich bringen. Wer das Thema „Umwelt“ in den Fokus nimmt oder nehmen muss, lässt sich hierfür wohl eher nach der ISO 14001:2026 zertifizieren.

Wirklich neu ist, dass Qualitätskultur und ethisches Verhalten verankert sein müssen. Dies muss von der Leitung gefördert und allen Beteiligten in und an der Organisation bewusst gemacht werden.

Auch die Qualitätspolitik muss ergänzt werden um den Kontext und die strategische Ausrichtung der Organisation.

Alles in allem sind dies unserer Einschätzung nach sehr überschaubare Änderungen, die leicht in ein gewachsenes und gelebtes Qualitätsmanagementsystem integriert werden können.

Und das Zertifikat?

Bisher ausgestellte Zertifikate nach DIN EN ISO 9001:2015 bleiben zunächst gültig. Es wurde eine Übergangsphase bis zum 30.09.2029 festgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen dann die QM-Systeme angepasst und in einem Überwachungs- oder Rezertifizierungsaudit umgestellt werden.