Im Rahmen des Artikels zur SWOT-Analyse wurde bereits beschrieben, dass es zur Strategiefindung unerlässlich ist, sich mit der Unternehmens-/Projektumwelt und den dortigen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Das Erkennen bzw. Abschätzen schwer vorhersehbarer Ereignisse, aus denen sich Chancen und/oder Risiken ergeben können, reicht jedoch alleine nicht aus. Es ist im Anschluss zu bewerten, worum es sich genau bei dem Ereignis handelt.

Hier ist es zunächst hilfreich, den Begriff „Risiko“ nicht negativ zu belegen. Nicht hinter jedem entdeckten Risiko steckt eine existenzbedrohende Krise. Das Eingehen eines Risikos kann auch unerwartete Chancen bringen. Um dies beurteilen zu können, empfiehlt sich eine einfache Risikoanalyse.

Besprechung: Eine Frau zeigt auf einen Bildschirm mit einer Risikomatrix – senkrecht die Eintrittswahrscheinlichkeit, waagerecht das Schadensausmaß, jeweils von 1 bis 5, mit vier eingetragenen Punkten, die nach rechts oben dunkler werdende Felder belegen; vier Personen am Tisch hören zu (Schwarz-Weiß-Foto) (Bild vergrößern)

Hierzu sind zunächst zwei Fragen zu beantworten und in einem einfachen Diagramm einzutragen:

  1. Wie wahrscheinlich ist der Eintritt des Risikos? (Eintrittswahrscheinlichkeit – vertikale Achse)
  2. Mit welchen Auswirkungen ist zu rechnen? (Schadensausmaß – horizontale Achse)

Die Einteilung der Achsen wird oft vereinfacht in „gering“, „mittel“ und „hoch“ vorgenommen. Ich empfehle hingegen eine Teilung in vier bzw. sechs Einheiten. So wird der Versuchung widerstanden, Eintritt und Auswirkung zu „mitteln“. Bei der Einteilung in geraden Schritten ist somit eine Tendenz (in beide Richtungen) abzuschätzen.

Sind alle Risiken eingetragen, können diese nun sog. Risikoklassen zugeordnet werden. Eine einfache Unterteilung in A-, B- und C-Risiken ist meines Erachtens ausreichend. Hierbei sind die C-Risiken im unteren Bereich zu finden (sprich: Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß sind niedrig), die A-Risiken im oberen Bereich. Demzufolge sind A-Risiken mit hoher Priorität zu betrachten und für sie Strategien abzuleiten, für den Fall, dass sie eintreten.

Grundsätzlich kann man vier Strategien definieren:

  1. das Vermeiden von Risiken,
  2. das Verringern von Risiken,
  3. das Überwälzen von Risiken oder
  4. das Tragen von Risiken.

Hierbei ist die individuelle Situation des Unternehmens zu betrachten, so dass pauschal keine Aussagen getroffen werden können. Ausschlaggebend und von großer Bedeutung ist es in meinen Augen jedoch, sich mit dem Thema zu befassen und gewappnet zu sein, sobald ein Risiko für das Unternehmen oder das Projekt auftritt.